WOCHENZEITUNG DER ERZDIÖZESE SALZBURG
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Die Kunst des Zuhörens

Krankenhausseelsorge: Die Menschen ein Stück ihres Weges begleiten

„Die Begegnungen im Krankenhaus sind so verschieden wie die Menschen selbst“, berichtet Katharina Achrainer. Gemeinsam mit Wallfahrtsseelsorger Matthias Oberascher und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist die Pastoralassistentin im Bezirkskrankenhaus Kufstein tätig. Als Krankenhausseelsorger gehen sie im Auftrag der katholischen Kirche zu den Patienten und haben vor allem eines im Gepäck, Bereitschaft und Zeit zum Zuhören.

„Einfach da sein und zuhören.“ Im Bild ein Teil
des Krankenhausseelsorge-Teams in Kufstein:
PA Katharina Achrainer, Ingrid Kudlich, Irmtraud
Titus, PA Franz Reinhartshuber und PA Gertrud Kröll (v.l.). 
Fotos: ibu

Kufstein. „Wir sind für sie da, haben Zeit für ein Gespräch oder ein Gebet, was immer ihrer Seele gut tut.“ Jeden Donnerstagnachmittag ist das Team rund um PA Katharina Achrainer im Krankenhaus Kufstein im Einsatz. Für jede Station gibt es eine Ansprechperson für das Pflegepersonal und vor allem für die Kranken. Die Frauen und Männer sind bereit zum Zuhören und versuchen Trauer, Hoffnungen und Freuden der Patienten zu teilen.
Viele Menschen, die ins Spital kommen, sind mit einer einschneidenden Änderung ihrer Lebenssituation konfrontiert. Schmerzen, Angst und das Herausgerissensein aus der gewohnten Umgebung lösen Unsicherheit aus und fordern von den Krankenhausseelsorgern besonderes Einfühlungsvermögen. Wichtig für ihren Dienst sei es, so Achrainer, sich immer wieder Folgendes vor Augen zu führen: „Der Patient bestimmt was geschieht, nicht wir.“ So laden die Menschen bei den KH-Seelsorgern schon Mal ihren Frust ab und schimpfen, auch über die Kirche. „Jeder braucht einmal jemanden wo er Dampf ablassen kann, aber wir sind dabei ja nicht als Person gemeint.“ In allen Gesprächen und Begegnungen liege etwas Wertvolles und Heilendes. Das seelsorgerliche Tun, die Besuche und die Sorge für die Kranken seien ein Handeln im Auftrag Jesu: „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25, 36).
„Wenn wir in ein Zimmer kommen, wissen wir nicht, was uns erwartet“, erzählt Katharina Achrainer vom „Alltag“ im Krankenhaus. Oft sind es schwierige, kritische oder traurige Umstände mit denen sich die Seelsorger auseinander setzen müssen. Hier stelle die monatliche Supervision in Salzburg eine große Hilfe dar und gleichzeitig eine fortlaufende Weiterbildung der großteils ehrenamtlichen Mitarbeiter. Entscheidend ist auch das Miteinander des Teams. „Je besser die Gruppe harmoniert, desto besser ,funktioniert‘ die Seelsorge.“
Eine weitere Aufgabe der Krankenhausseelsorger in Kufstein ist die Einladung zum Gottesdienst, der jeden Donnerstag in der Krankenhauskapelle stattfindet. „Danach wird zu jenen Patienten, die den Wunsch danach äußern, die Krankenkommunion gebracht.“ Für alle die ihr Zimmer nicht verlassen können, gibt es die Möglichkeit die Messe im FS-Kanal zu verfolgen. Eine Übertragung über die Krankenzimmer hinaus gibt es übrigens kommenden Sonntag. Dann kommt der österreichweit ausgestrahlte Radiogottesdienst aus der Krankenhauskapelle Kufstein.  
ibu



Radiogottesdienst

aus der Krankenhauskapelle Kufstein

Die Krankenhauskapelle Kufstein.
Der ORF-Radiogottesdienst am Sonntag 13. November um 10.00 Uhr auf Ö2 wird aus der Krankenhauskapelle Kufstein übertragen.
Predigt: Wallfahrtsseelsorger Mag. Matthias Oberascher
Mitwirkende: Rhythmischer Chor Söll, Leitung: Werner Reidinger
Orgel: Martin Schrems, Instrumentalgruppe der BMK Söll
Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es die Möglichkeit zur Aussprache mit Wallfahrtsseelsorger Mag. Matthias Oberascher, Tel.:
0 53 72/6966-1390 und Kranken-hausseelsorgerin Katharina Achrainer Tel.: 0 53 31/52 08.

„. . . und nach der Sonnenseite Gott sollen eure Häuser gebaut werden.“ (Simone Weil)
Die Kapelle des 1999 errichteten Bezirkskrankenhauses beeindruckt durch Helligkeit und eine angenehme Atmosphäre. Vor allem das prachtvolle Fenster aus der Glaswerkstätte vom Kloster Schlierbach in Ober-österreich zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Leben und Liebe in ihren vielen Farbschattierungen sind in die Glasarbeit hineingelegt. Die radial angeordneten Holzleimbinder der Firma Pfisterer lösen durch ihre elliptische Form den Blick vom Irdischen und ziehen die Sinne himmelwärts. Volksaltar, Tabernakel, die Glassäule in der Mitte sind das Werk von R. Gritsch, der sich vom Lobpreis des Wassers inspirieren ließ.



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