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Liebenswertes Nonntal

Salzburg-Nonntal: Die Stadtpfarre begeht ihr 150-Jahre-Jubiläum

St. Erhard im Nonntal – ein Aquarell von
Prof. DrDr. Gerhart Brandl.
„Für Gott und für die Menschen“ – unter diesem Leitwort erinnern sich die Nonntaler an die vor 150 Jahren vorgenommene Erhebung der Kuratie Nonntal zur selbstständigen Stadtpfarre. Seit Adventbeginn 2002 stehen in der Pfarre St. Erhard im Nonntal Gottesdienste, Festtage und zahlreiche Veranstaltungen im Zeichen des Jubiläums.

SALZBURG-NONNTAL. „Gerne erinnere ich mich heute wieder an die Salzburger Zeit zurück, die mich durch die Seelsorge mit Ihrer Pfarre verbunden hat. Ich denke dankbar an die schöne Gemeinschaft der von Leben und Miteinander der Laien erfüllten Pfarre.“ In der Festgabe zur Jubiläumsfeier 150 Jahre Stadtpfarre St. Erhard im Nonntal richtet sich Kardinal Franz König mit diesen Worten an die Nonntaler. Nach dem Krieg war König als Aushilfspriester in Salzburg und übernahm in der Stadtpfarrkirche St. Erhard oftmals die Frühmesse.
Diese und andere Begebenheiten aus der Vergangenheit sind in der Festschrift zum Jubiläumsjahr nachzulesen, die Pfarrer Dr. Peter Unkelbach zusammengestellt hat. „Staunend erinnern wir uns an das, was sich schon lange vor Gründung unserer Pfarre seit Jahrhunderten im Nonntal im Namen Jesu Christi zugetragen hat, was Menschen empfangen und gegeben haben.“ Gemeinsam mit namhaften Autoren machte sich der Seelsorger daran die Geschichte Nonntals von verschiedenen Seiten her zu beleuchten. Das 183 Seiten umfassende, durch Spenden finanzierte Werk erscheint Anfang November.
Bereits im 13. Jahrhundert existierte im Nonntal eine dem heiligen Erhard geweihte Kapelle. Im Jahre 1685 wurde unter der Leitung des Architekten Giovanni Gaspare Zuccalli mit dem Bau der heutigen Erhardkirche begonnen. Am 3. Mai 1689 folgte die Weihe des barocken Gotteshauses durch Erzbischof Johannes Ernst Graf Thun und 1699 wurde Nonntal Kuratiefiliale der Salzburger Dompfarre. Vor 150 Jahren verstärkte sich der Wunsch nach pfarrlicher Selbstständigkeit. Durch Kundmachung des Konsistoriums von 10. November 1853 kam es zur „Gründung“ der Pfarre St. Erhard im Nonntal. Zur feierlichen Amtseinführung des ersten Pfarrers, Matthäus Pembauer, kam es am 14. November 1853. Das ist für die Pfarrgemeinde Anlass, unter dem Leitwort „Für Gott und für die Menschen“ ein festliches Jubiläumsjahr zu begehen.
Den Beginn der Feierlichkeiten stellte der Adventbastelmarkt des Solidaritätskreises „Bolivien-Hilfe“dar. Mit dieser Initiative und dem „Dritte Welt Markt (EZA)“, dem Pater-Engelbert-Kreis, der die Mission auf Madagaskar unterstützt und der Hilfsaktionen für die Partnerstädte Orsova und Clocotici in Rumänien beweisen die Nonntaler seit vielen Jahren, dass sie über die Grenzen ihrer Pfarre hinausschauen und dort helfen, wo die Not am größten ist. Bis zum Erntedankfest mit dem em. Erzbischof Dr. Georg Eder standen verschiedenste Feste und Begegnungen auf dem Programm, die sich rund um das 150-Jahre-Jubiläum drehten.


Seit 20 Jahren organisiert Hannelore Kuhn
(4. v. r.) mit ihrem Team den Pfarrflohmarkt
in Nonntal. Pfarrer Dr. Peter Unkelbach (3. v. r.)
freut sich über so viel Engagement.
Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr steht noch bevor: Am Sonntag, 9. November, feiert Erzbischof Dr. Alois Kothgasser mit den Nonntalern die Erhebung der Kuratie Nonntal zur Stadtpfarre. „Gerade in der heutigen pluralistischen Gesellschaft, in der Individualismus und Massenmedien dominieren, ist die Sehnsucht groß, Orte des Vertrauens, Orte der Ruhe und des Gebetes zu finden. Eine lebendige Pfarrgemeinde kann und soll solch ein Ort sein“, schreibt der Salzburger Oberhirte in seinem Grußwort. Die Jubiläumsfeiern enden zu Christkönig, an diesem Tag werden die neuen Jungscharkinder und Ministranten aufgenommen.
Das Jahr 2003 brachte sehr ereignisreiche Monate für die Pfarre Salzburg-Nonntal. Nicht nur die Veranstaltungen zum Jubiläum standen an, es begannen auch die Umbauarbeiten im Pfarrhof. Die Räumlichkeiten im Parterre, bis zum vergangenen Jahr war dort die Post untergebracht, können in Zukunft dank des Entgegenkommens des Magistrats wieder von der Pfarre genützt werden. Wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, übersiedelt die Pfarrkanzlei ins Erdgeschoss. Derzeit befinden sich die Büros noch im zweiten Stock. „Vor allem für ältere Menschen ist der Weg in die Pfarrkanzlei beschwerlich. Mit der Sanierung gewinnt das gesamte Haus, auch das Treppenhaus und der Eingangsbereich werden umgestaltet“, freut sich Pfarrer Peter Unkelbach. Im nächsten Jahr steht durch die Zusammenlegung der Mesnerwohnung und des Pfarrheims im ersten Stock die Schaffung eines Pfarrsaales an, der als Kommunikationszentrum dienen soll. Schritt für Schritt soll dann die bauliche Veränderung des zweiten und dritten Stockes erfolgen, um letztlich eine funktionsgerechtere Raumaufteilung im Pfarrhaus zu erreichen.
Neben der Unterstützung von Seiten der Erzdiözese kann sich Pfarrer Unkelbach auf seine Gemeinde verlassen. So kommt beispielsweise der Erlös des Flohmarktes zur Gänze der Pfarre zugute. In der Festschrift gab der Seelsorger deshalb auch den Nonntalern die Gelegenheit aus ihren ganz persönlichen Blick0winkeln heraus festzuhalten, was sie mit ihrem Stadtteil verbinden: Therese Strubreiter drückt ihr „Heimatgefühl“ in einem Gedicht aus: „Das große Jubiläum zu erleben ist wunderbar, St. Erhard soll bestehen noch viele hundert Jahr!“ „Ich war und bin mit meinem ganzen Herzen hier im Nonntal“, erklärt Rosina Stocker und spricht damit wohl vielen Nonntalern aus der Seele.
Ingrid Burgstaller



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